Wiederaufbau und Motorisierung

Ab 17.2. 1946 kamen die alten Feuerwehrmänner wieder zu regelmäßigen Übun­gen zusammen. Mit den aus dem Kriege wieder zurückgekehrten Kameraden betrug die Stärke der Wehr im Frühjahr 1946 52 Mann. Wieder gingen die Männer daran, nach einem verlorenen Kriege die Feuerwehr neu aufzubauen.

K.Brumm
Kommandant Karl Brumm 1945 – 1956

Mit den Männern, die im Jahre 1960 beim Kreisfeuerwehrtag in Illingen für 25jährige treue Pflichterfüllung im Dienste der Feuerwehr Sternenfels geehrt wurden und deren Namen wir hier wiedergeben möchten:
Karl Brumm, Kommandant von 1945 bis 1957, seitheriger Stellvertreter des Kom­mandanten
Paul Brumm, Löschmeister;
August Häffner, Oberfeuerwehrmann (Hornist)
Fritz Bässler, Oberfeuerwehrmann
Ernst Siegrist, Oberfeuerwehrmann
Hermann Morlock, Oberfeuerwehrmann
Ernst Schindel, Oberfeuerwehrmann

Diesen Männern sind wir, aber auch den vielen anderen Feuerwehrkameraden Dank schuldig, die in den letzten Jahren aus Altersgründen aus der Wehr ausgeschieden sind und keine öffentliche Ehrung erfahren durften.

1961_KF_Tag

Im Zuge der Modernisierung der Wehr, wurde im Jahre 1946 eine TS 8 A gekauft, die lange Zeit das Rückgrat der Feuerwehr bildete. Diese TS 8 A hat sich aufs Beste bewährt beim Brandfall Gottlob Wagner im Breiten Weg im Jahre 1950. Hier stand um 12 Uhr ein landwirtschaftliches Gebäude durch Blitzschlag in Bruchteilen von Sekunden in Flammen. Durch das rasche Eingreifen der Freiw. Feuerwehr konnte das ganze Vieh und das Mobiliar in Sicherheit gebracht werden. Die mit Heu und teilweise schon mit Stroh gefüllte Scheune, in welche der Blitz eingeschlagen hatte, konnte nicht gerettet werden, derweil konnte der Wohnteil des in einem Gebäude zusammengefassten Anwesens bis auf den Dachstuhl gerettet werden.

Am 10. 10.1953, Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr, brach im Gasthaus zum Löwen, mitten im Ortskern von Sternenfels, ebenfalls in der Scheune ein Brand aus, der leicht dem ganzen älteren Ortsteil von Sternenfels zum Verhängnis hätte werden können. Als Feueralarm gegeben wurde, waren die meisten Männer der Feuerwehr auf dem Sportplatz, wo gerade die erste Mannschaft des SV Sternenfels ein Heimspiel gegen Maulbronn absolvierte. Da einige der aktiven Fußballspieler auch aktiv bei der Feuerwehr waren, war es selbstverständlich, dass das Spiel abgebro­chen wurde und alles zum Brandplatz eilte. Schon wenige Minuten nach Ausbruch des Brandes hing eine riesige schwarze Rauchwolke über dem Ort. Das Feuer, das durch einen Kurzschluss an einem abgestellten Pkw, dessen Benzinleitung auch noch defekt war, entstand, fand in der alten Scheune, die an den Gasthof zum Löwen angebaut war, reiche Nahrung. Das ganze Oberdorf war durch Funkenflug gefährdet. Ebenfalls sehr stark der Hitze ausgesetzt war das nur 3 Meter von der Brandstelle entfernte Kaufhaus Höfle. Um wenigstens das Gasthaus zu retten, wurde von der Feuerwehr die Dachhaut an der Trennwand zur Scheuer aufgerissen, um von der Leiter und auch im Innenangriff durch das Treppenhaus, das bereits durch die Dachlattung über die Trennwand überwechselnde Feuer zu bekämpfen. Es zeigten sich hier schon die ersten Erfolge, da griff das Feuer auf der hinteren Seite über das Schlachthaus auf den Gasthof über. Auf dieser Seite bestand die Gefahr, dass das alte Schulhaus ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werde. Man hatte alle Hände voll zu tun, da zur Brand­bekämpfung auch noch das ganze Mobiliar gerettet werden musste.
Mit 4 C-Leitungen konnte man den Brand doch unter Kontrolle bringen. Die ebenfalls am Brandplatz eingetroffene Weckerlinie der Freiw, Feuerwehr Mühlacker, übernahm nun mit das Niederkämpfen des Brandes. Der Dachstuhl des Gasthofes konnte nicht mehr gerettet werden, doch blieb das Hauptgebäude des Gasthofes erhalten. Der Wasserschaden an dem alten Gebäude war so groß, dass es abgeris­sen werden musste.

Unter dem alten Kommandanten Karl Brumm wurde zum ersten Male nach dem Kriege, und zwar im Jahre 1953, das Feuerwehrfest der Freiwilligen Feuerwehr Kürnbach besucht.

Am 13. 4. 1958 bat der seitherige Kommandant Karl Brumm, sein Amt einem jüngeren Feuerwehrmann zu übertragen. Er selbst werde aber weiterhin seine Erfahrungen im Feuerwehrdienst nicht für sich behalten, sondern werde jedem jungen Kommandanten mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Bei dieser Versammlung der Freiw. Feuerwehr Sternenfels, wurde Franz Kugler zum 1. Kommandanten gewählt. Sein Stellvertreter wurde Karl Brumm.

Franz Kugler - Kommandant 1956 bis 1991
Franz Kugler – Kommandant 1956 bis 1991

Man ging nun im Jahre 1958 daran, die Feuerwehr neu einzukleiden. Es wurden neue Röcke, Hosen und Mützen beschafft. Beim Kreisfeuerwehrtag in Illingen 1961 konnte sich die Wehr, die dort 45 Mann umfaßte, das erste Mal in ihrer neuen Uniform vorstellen. Es wurden neue Schläuche, Helme, Hakengurte und sonstige Kleingeräte angeschafft. Beim Bau des Hochbehälters für die Wasserversorgung wurden für die Feuerwehr 200 cbm Wasserreserve für den Ernstfall eingeplant. Es besuchten Feuerwehrmänner die Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Vom Rein­erlös eines Bunten Abends wurden für die ganze Feuerwehr in eigener Sache Arbeitsanzüge angeschafft, sogenannte Kombinationen, um den neuen Dienstanzug zu schonen.

Am 13. 9. 1959, nachts 3.25 Uhr, brannte die Feldscheune des August Räuchle an der Diefenbacher Straße ab. An dieser Scheune, die ca. 300 Meter vom letzten Hydranten der Wasserleitung weg lag und in Holzbauweise errichtet war, konnte beim Eintreffen der Feuerwehr nicht mehr viel gerettet werden.

Teil 3: Zwischen Fortschritt und Weltkriegen Teil 5: Die Sache wird Rund! – 150 Jahre FF Sternenfels
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