Ruhigeres Fahrwasser – Die 80’er

Im Jahre 1980 hatte die Feuerwehr beschlossen, den 2. Feuerwehrwandertag des Enzkreises auszurichten. Termin war der 18. Mai. Zahlreiche Feuerwehren und Wandergruppen beteiligten sich an diesem Wandertag, der von der Feuerwehr sehr gut vorbereitet war. Nach dem durchwandern der sehr schönen und abwechs­lungsreichen Wanderstrecke durften die Wanderer eine extra für diesen Wandertag geprägte Medaille in Empfang nehmen.

Medaille_Wandertag

Bei einer Ausschusssitzung am 20. 10. 1980 betonte Kommandant Kugler die Notwendigkeit eines MT-Wagens für die Beförderung der Feuerwehrmänner zum Einsatzort. Nachdem der Gesetzgeber verboten habe, dass mit privaten Fahrzeugen zum Einsatzort gefahren werden darf, und die beiden Ortsteile 2 km auseinander liegen, könne ihm niemand sagen, wie mit dem Fahrzeugbestand im Ortsteil Sternenfels und in Diefenbach die Mannschaf­ten zum Einsatzort kommen. Mit dem LF 8 der Abteilung Sternenfels kann eine Gruppe mit 9 Mann befördert werden, die nachrückende Reserve könnte somit nicht eingesetzt werden.

Noch gravierender sei es bei der Abteilung Diefenbach, wo mit dem vorhandenen TS 8 nur maximal 5 Mann befördert werden könnten. Nach einer längeren Diskus­sion war man sich einig, dass nur ein neues Fahrzeug angeschafft werden sollte. Vom Kauf eines gebrauchten Fahrzeuges, das in eigener Regie dann umgebaut werden sollte, hatte man aus Gründen des Finanzbeitrages durch das Land Abstand genommen.

Bereits am 30. 11. 1980 konnte das neue Fahrzeug der Feuerwehr übergeben werden.

Übergabe MTW

Die Finanzierung wurde zum größten Teil durch die Kameradschaftskasse der Abteilung Sternenfels, durch die Hauptkasse der Gesamtwehr und dem Landes­zuschuss gesichert. Die Gemeinde musste mit ihrem Beitrag aufgrund der enormen Belastungen beim Bau des Gerätehauses im Jahr 1978 etwas kürzer treten. Im Jahre 1980 beteiligte sich die Abteilung Sternenfels mit historischen Uniformen und der alten Handspritze beim Festzug des Volkschores Sternenfels anlässlich seines 100jährigen Jubiläums. Im Januar 1981 erfolgte die Gründung einer Altersreserve der Abteilung Sternenfels, bei der 10 langgediente Feuerwehrmänner ihren Beitritt erklärten. Brandmeister und Ehrenmitglied Fritz Wagner wurde von den Mitgliedern zum Führer der Altersabteilung gewählt. Der Kommandant begrüßte die Gründung der Altersreserve und versprach sich auch für die aktive Abteilung einen gewissen Motivationsschub, da hier doch wiederum in langen Jahren erprobte Männer der aktiven Wehr im Ernstfall zur Seite stehen. Er meinte, dass die Zukunft nur gemeistert werden kann, wenn die Erfahrungen und die Leistungen der Vergangenheit nicht zur Seite geschoben werden.

1981 war wiederum Neuwahl des Kommandanten und der Abteilungsführer. Kom­mandant Kugler und die Abteilungsführer Schneider und Hlawatsch wurden in ihren Ämtern bestätigt. Im selben Jahr wurde noch mit je 1 Gruppe das bronzene und das silberne Leistungsabzeichen errungen.
Ein vom zivilen Bevölkerungsschutz gebrauchtes Fahrzeug konnte durch die großen Bemühungen des Kommandanten erworben werden. Aufgrund der Tatsache, dass fast alle Feuerwehrmänner vom Ortsteil Diefenbach auswärts beschäftigt waren und tagsüber im Ernstfall sehr schlecht zu erreichen waren, wurde das Fahrzeug vom Typ Unimog TLF 8 bei der Abteilung Diefenbach stationiert. In diesem Jahr trat Alfred Hlawatsch als Abteilungskommandant der Abteilung Diefenbach zurück. An seine Stelle wurde Gerhard Bonnet gewählt.

Hauptversammlungen am 28. 1. 1983 unter Teilnahme von BM Wagner, Kreis­brandmeister Wagner und Eugen Hofmann als Vorsitzender des Feuerwehrver­bandes. Kommandant Kugler wurde für 25jährige Tätigkeit als Kommandant mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber ausgezeichnet. Im Jahre 1984 wurde der Trommler- und Fanfarenzug der Feuerwehr gegründet. Bei der Gründungsver­sammlung konnten bereits 18 Interessierte registriert werden. Als Abteilungsführer wurde Klaus Riekert gewählt. Der erste Auftritt war bereits beim Feuerwehrfest in Wiernsheim am 22. 7. 1984.

FZ_nach Gründung

Im Jahre 1984 wurde am besonders gefährdeten Kunststoffbetrieb der Fa. Wolff zusammen mit der Abteilung Diefenbach eine Hauptübung durchgeführt.
Der Trommler- und Fanfarenzug spielte zur Eröffnung des Straßenfestes in Sternenfels.
Die Wehr wurde mit weiteren Funkmel­deempfängern ausgerüstet.
Vom Ausbildungsstand her gesehen ist erfreulich, dass fast alle Feuerwehrmänner das bronzene oder silberne Leistungsabzeichen errungen haben.

Bei der Hauptversammlung der Wehr am 21. 2. 1986 in der Gemeindehalle im Ortsteil Diefenbach wurde Hauptkommandant Kugler sowie Abteilungskomman­dant Bonnet erneut gewählt. Der seitherige Abteilungskommandant Heinz Schnei­der hatte wegen beruflicher Überlastung gebeten, bei ihm von einer Wiederwahl abzusehen. Er betonte aber, dass er der Abteilung Sternenfels weiterhin für andere Aufgaben zur Verfügung stehe. Von den aktiven Wehrmännern der Abteilung Sternenfels wurde der seitherige Gerätewart Gustav Häffner zum neuen Abteilungskommandanten gewählt. Häffner hatte bereits einige Jahre vorher einen Gruppenführerlehrgang mit Erfolg an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal absolviert.

g.häffner
Abt. Kommandant Einsatzabteilung Sternenfels Gustav Häffner

Bei der gemeinsamen Ausschusssitzung am 17. 3. 1986 wurden folgende Männer für neue Aufgaben bestellt: Axel Hlawatsch als neuer Hauptkassier, Klaus Jüngling als Schriftführer, Edgar Schlotterbeck als Jugendfeuerwehrwart. Bei dieser Sitzung wurde auch beschlossen, zu den Fahrzeugfunkgeräten weiter Hand­funksprechgeräte für beide Abteilungen anzuschaffen.

1986 war die Wehr 17mal im Einsatz, wobei ein Fahrzeugbrand in der Häfnerhas­lach-Straße sowie ein Zimmerbrand in der Kürnbacher Straße zu bekämpfen waren. Durch den Bau der Schnellbahntrasse der Bundesbahn auf unserer Markung und den über 6 km langen Tunnelbau auf dieser Trasse wurde die Wehr schon einige Male zur Hilfeleistung gerufen.

Im Hinblick auf unseren alten Fahrzeugbestand erinnerte Kommandant Kugler an Ersatzbeschaffungen in den nächsten Jahren. Die Wehr bestand am 1. 1. 1987 aus 50 aktiven Männern, 50 Jugendfeuerwehrmännern, 12 Mann der Altersreserve und 33 Mitgliedern des Fanfarenzuges.

Am 28. 2 1987 verstarb überraschend unser aktives und langjähriges Ausschussmitglied Manfred Kugler. Mit einer Kranzniederlegung und dem Lied „Ich hat einen Kameraden“ wurde ihm vor der vollzählig angetretenen Mannschaft die letzte Ehre erwiesen.

Das Jahr 1987 war auch für die Jugendfeuerwehr sehr erfolgreich. Zwei Gruppen unserer Jugendabteilung unter Leitung von Edgar Schlotterbeck und Uwe Fernsel errangen die Leistungsspange der Jugendfeuerwehr.
Zwei Feuerwehrkameraden besuchten erfolgreich den Gruppenführerlehrgang. Feu­erwehrkameraden aus beiden Abteilungen wurden im Hinblick auf die Tunnelein­sätze bei der Bundesbahn als Langzeitatmer ausgebildet.
Eine weitere Verbesserung in der Alarmierung der Wehr wird der Einbau einer Funkfeststation im Gerätehaus mit sich bringen. Der Gemeinderat befasste sich mit der Ersatzbeschaffung eines Fahrzeuges für die Abteilung Sternenfels, wobei auf Vorschlag der Feuerwehr ein Gruppenfahrzeug LF 8/6 zur Diskussion stand. Das Fahrzeug sollte anstatt mit einer TS 8 mit Schere und Spreizer ausgerüstet werden. Nach der mittelfristigen Finanzplanung sollte das Fahrzeug zum 125jährigen Jubi­läum der Abteilung Sternenfels ausgeliefert werden.

1988 feierte die Jugendfeuerwehr Sternenfels im Rahmen des Kreisjugendfeuerwehrtages in Sternenfels ihr 10jähriges Bestehen. Über 400 junge Feuerwehrmänner aus dem Enzkreis und der Stadt Pforzheim nahmen an den Feierlichkeiten in Sternenfels teil. Die Leistungs- und Pokalwettkämpfe waren sehr gut organisiert, und so konnten die Siegergruppen schöne Pokale mit nach Hause nehmen. Zum 10jährigen Bestehen unserer Jugendfeuerwehr erhielten die Jugendlichen einen sehr schönen Wimpel von Bürgermeister Wagner überreicht.

10_Jahre_JF

Das Frühjahr 1989 brachte für die Feuerwehr Großeinsätze. Orkanartige Stürme mit zum großen Teil Windgeschwindigkeiten bis zu 140 km/h brachten einen ungeheu­ren Schaden in unsere Waldungen. Man muss in der Geschichte unserer Gemeinde weit zurückgehen, ja sogar seit zwei bis drei Generationen, bis sich Schäden dieses Ausmaßes registrieren ließen. Unsere Feuerwehr musste in unzähligen Stunden die Verkehrswege rund um Sternenfels wieder passierbar machen, da die ganzen Zufahrten durch umgestürzte Bäume blockiert waren. Bei zudem noch sintflutartigen Regenfällen mussten etliche überflutete Kellergeschosse ausgepumpt werden. 29 gemeldete Einsätze brachte das Jahr 1989 für die beiden Abteilungen. Davon waren bei vier Kleinbränden 23 Hilfeleistungen.
Es zeigt sich immer mehr, dass sich die Einsatzkriterien zu Hilfeleistungen entwickeln. Darum bleibt bei der Beschaffung von Fahrzeugen und Gerätschaften, sowie bei der Ausbildung der Männer nichts anderes übrig, als dieser veränderten Situation und der neuen Herausforderung Rechnung zu tragen.

Der Feuerwehrausschuß traf sich, um über die Gestaltung des 125jährigen Jubi­läums zu beraten. Die notwendige Erweiterung des Gerätehauses um eine Fahr­zeugbox wurde einstimmig beschlossen und der Kommandant beauftragt, die Gemeinde davon zu unterrichten. Die Erweiterung soll in Eigenleistung zusammen mit dem Roten Kreuz und der finanziellen Zuweisung durch das Land finanziert werden.
Es wurde angeregt, das Jubiläum mit dem Kreisspielmannstreffen der Feuerwehr­musikzüge des Enzkreises und der Stadt Pforzheim zusammenzulegen.
Von sieben Neuzugängen können in diesem Jahr fünf von der Jugendfeuerwehr übernommen werden.

Am 13. 3. 1990 fand eine gemeinsame Sitzung der Feuerwehr und des Roten Kreuzes statt, um über den Erweiterungsbau des Gerätehauses zu beraten. In dieser Sitzung, an der auch BM Wagner teilnahm, wurde nochmals der Anbau an das Gerätehaus heftig diskutiert, dabei war zu entnehmen, dass von beiden Hilfs­organisationen die Haltung des Gemeinderates zu der Finanzierung des Vorhabens und zu einem anderen Standort kritisiert wurde. Von beiden Ausschüssen wurde dem ausgehandelten Finanzierungsmodus einstimmig zugestimmt. Der Bürgermei­ster wurde beauftragt, den gemeinsam gefassten Beschluss dem Gemeinderat vorzutragen und dabei auf eine rasche Beschlussfassung in der Sache zu drängen.
Bereits im Sommer 1990 konnte mit den Aushubarbeiten für den Erweiterungsbau begonnen werden. In gemeinsamer Arbeit von Feuerwehr und Rotem Kreuz wurde in sehr kurzer Zeit der Rohbau für die Erweiterung fertiggestellt. Bereits im Herbst 1990 konnte das Richtfest gefeiert werden.
Bei der Fahrzeugbeschaffung gab es teilweise unter­schiedliche Auffassungen. Die Mehrheit des Gemeinderates schloss sich aber bei der Abstimmung dem von der Feuerwehr vorgeschlagenen Fahrzeugtyp an. Dieses Fahrzeug mit einem 600 Liter fassenden Löschwassertank und zusätzlicher technischer Gerätschaften, das als Löschgruppenfahrzeug entwickelt wurde, wird die Schlagkraft unserer Wehr weiter stärken. Die Abteilung Sternenfels dürfte somit die in den nächsten Jahren auf sie zukommenden Hilfeersuchen in optimaler Weise erfüllen können.
Beide Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Rotes Kreuz, sind nun gemeinsam unter­gebracht und alle sachlichen Voraussetzungen zum gemeinsamen Einsatz und Handeln sind erreicht.

 

Teil 6: Die wilden 70’er Teil 8: Aufbruch in’s Millenium
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